Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

…das gilt oftmals in der Familien- und Paarberatung. Wenn streitende Eltern sich im Konflikt verstricken und Kinder dazwischen stehen oder sogar einbezogen werden, sind diese verunsichert und fühlen sich oft auch verantwortlich für einen oder beide Elternteile.

Mit zwei verschiedenfarbige Bänder kann man sehr gut die Beziehungsebenen darstellen: die Beziehung der Eltern als Paar und die Verbindung der beiden als Eltern.

Die zwei Elternteile werden aufgefordert das eine Band in die jeweils rechte Hand zu nehmen und das andere in die linke, so dass zwischen den beiden zwei Bänder gespannt sind. Dabei erkläre ich, auch an die Kinder gewandt, wofür die Bänder stehen.

Das erste Band stellt die Paarbeziehung dar: die Verbindung, die durch die Liebe und die Zuneigung vor einiger Zeit entstanden ist und die nun – durch welche Umstände auch immer – verloren und kaputt gegangen ist.

Das Zweite Band steht für die Bindung, die zwischen diesen beiden Menschen entstanden ist, als sie ein Kind bekommen haben. Sie haben beide Verantwortung über das neue zunächst hilflose Wesen übernommen: sie sind beide Eltern geworden. Für die Eltern füge ich als Erinnerung hinzu, dass diese Aufgabe und der Auftrag des Kindes – es zu beschützen, zu begleiten und ihm zu zeigen, wie man lebt – erst mit seiner Ablösung endet. Es ist also ein Auftrag über einen längeren Zeitraum, mehr oder weniger ein 20-Jahres-Vertrag, den Frau und Mann – bewusst oder unbewusst – geschlossen haben und den sie nicht so einfach ablegen können.

Während das erste Band also getrennt werden kann – was in der Sitzung symbolisch mit einer Schere vollzogen wird – kann das zweite Band weder durch Trennung noch durch Scheidung durchtrennt werden.

Es ist für Kinder einprägsam und beruhigend dieses Bild des Bandes zwischen den Eltern zu sehen und die dahinterstehende Bedeutung zu verstehen.

Sie „sehen“ dass beide Elternteile gleichermaßen für sie zuständig sind und sie bekommen mit, dass nicht sie, die Kinder, für die Konflikte auf der Paarebene verantwortlich sind sondern die Eltern.

Die Eltern „sehen“ und „fühlen“ durch die Bänder, wofür sie zu stehen haben und wo es was zu lösen gilt: Zum einen sind sie Frau und Mann und zum anderen Mama und Papa. Sie können sich trennen als Paar und jeder seiner Wege gehen und dennoch gibt es noch verbindende Elemente die sie aber möglichst gemeinsam in Angriff nehmen sollten, wenn sie nicht der eigenen Beziehung zum Kind schaden wollen.

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Über supervisoressa

supervisoressa - Systemische Praxis für Supervision, Coaching und Familientherapie. Fortbildungen in Systemik und Reggio Pädagogik.
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